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Transitautobahn von und nach West Berlin
Wer vor der
Wende nach West-Berlin wollte, musste die
Transitautobahnen durch die DDR benutzen. Eine der meist
befahrenen Transitstrecken war die Autobahn A2
Hannover-Berlin, vorbei am Grenzübergang
Marienborn/Helmstedt. Aber was hat man alles so erlebt
auf der Transitstrecke, und was war erlaubt, und was war
verboten? Hier ein paar kleine Geschichten von
Augenzeugen und Transitfahrern:
Natürlich gab es Tankstellen und Rastanlagen, oft war
darin sogar ein Intershop integriert.
Zum ADAC: Ich habe vor längerer Zeit einmal gelesen dass
es ein Abkommen mit dem ADAC zur Pannenhilfe auf den
Transitstrecken gab. Die Transitautobahn war übrigens
eine ganz normale Autobahn, auf der jeder DDR-Bürger
auch fahren konnte. "Transit" war es nur für
Westdeutsche und Westberliner. Entsprechend sind auch
Fälle bekannt, in denen der ADAC auch mal einem Trabbi
Starthilfe gegeben hat, wenn es sich zufällig ergab. Es
war meines Wissens strikt untersagt, als
Transitreisender die Autobahn unterwegs zu verlassen. Es
sollte damit vermieden werden, dass unkontrollierbarer
Kontakt zwischen West und Ost zustande kam, Waren
ausgetauscht wurden oder sogar Personen geschmuggelt
wurden. Man konnte auch davon ausgehen, dass man auf den
Rastanlagen nicht unbeobachtet war. Es gibt sogar
Berichte, in denen die Staatssicherheit die Autobahn in
Westfahrzeugen mit West-Kennzeichen bestreifte, man
erkannte diese Fahrzeuge dann an der fehlenden
TÜV-Plakette.
Rastanlagen wurden getrennt für PKW und Reisebusse. Für
Transit-Busse gab es nur wenige zugelassene Rastplätze,
auf die andere nicht auffahren durften, z.B. Naumburg-Osterfeld fällt mir spontan ein. Da gab es
Toiletten, kleine "Restaurants" mit (jämmerlichem)
Imbiss, Intershop.Die Einfahrtzeit stand auf dem
Einreisestempel. Bei Verdacht wurde das bei der Ausreise
kontrolliert. Hat man die gewöhnliche Durchreisezeit
deutlich überschritten, musste man eine gute Ausrede
haben, sonst gab es peinliche Fragen und Ärger. Oh ja,
ich hatte auch mal illegale Treffen -- aber vorsorglich
einen zerrissenen Keilriemen dabei. Mit dreckigen Pfoten
kam ich ein paar Stunden zu spät an der Grenze an - das
war Ausrede genug. Ein anders Mal provozierte ich eine
(noch billige) Geschwindigkeitsübertretung. Die
"Straßenräuber" standen ja immer in den selben getarnten
Winkeln, z.B. Nimegk. Also mit 10X km/h vorbei gerast,
30,- DM (Devisen!) abgedrückt, und die Quittung war die
"staatlich dokumentierte" Ausrede. Verlassen der
vorgeschriebenen Transitstrecke war ein
Staatsverbrechen. Auf meinem Weg von Bayern nach Stettin
nahm ich die deutlich kürzere Strecke nördlich um den
Berliner Ring. Das kostete mich 200,- DM und fast 3
Stunden Diskussionen und Belehrungen.

Der
Grenzübergang Dreilinden heute 20 Jahre nach dem Fall
der Mauer, heute ist nichts mehr von den Sperranlagen
zu sehen.
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